Rundlingsverein
Entstehung
Der
Rundlingsverein entstand 1969 auf Initiative der Bezirksregierung Lüneburg,
des Landkreises Lüchow-Dannenberg,
des Niedersächsuschen Heimatbundes, der Baudenkmalpflege und zahlreicher
Personen des öffentlichen Lebens, um die bedrohte Haus- und
Siedlungslandschaft des Hannannoverschen Wendlands vor weiterem
Verfall zu bewahren. Dem Verein traten in kurzer Zeit über
400 Mitglieder bei, die ihren Wohnsitz überwiegend außerhalb
des Landkreises Lüchow-Dannenberg hatten; zu den Gründungsmitgliedern
gehörten der stellvertretende. Regierungspräsident Klaus Müller-
Heidelberg, Oberkreisdirektor Wilhelm Paasche, Prof. Erich Kulke
und viele andere namhafte Vertreter aus Politik, Verwaltung
und Wissenschaft. Als erster Vorsitzender fungierte
der Senatsdirektor a.D. Dr. Kurt Struve aus Hamburg.
Entwicklung
In der von einer dynamischen Aufbruchstimmung gekennzeichneten Anfangsphase existierten mehrere Arbeitskreise, die sich mit denkmalpflegerischen Maßnahmen zur Erhaltung der historischen Bausubstanz, mit der musealen Bewahrung der Haustypen des Rundlingsgebietes, vor allem aber mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit befassten. In der auch im R. lebhaft ausgetragenen wissenschaftlichen Kontroverse über die Entstehung und Entwicklung der Rundlinge blieben die Auffassungen von Willi Schulz vorherrschend. Nachdem sich der Vorstand für den Ausbau des Wendlandhofes Lübeln ausgesprochen hatte, wurde das zukunftsweisende Modell eines Rundlings-Museumsdorfes, das vom Arbeitskreis Rundlingsforschung unter dem Vorsitz von Berndt Wachter favorisiert wurde, im April 1975 aufgegeben. Seit diesem Zeitpunkt bildete die Weiterentwicklung und der Ausbau des Wendlandhofes einen Schwerpunkt der Vereinstätigkeit, obgleich noch lange erhebliche Finanzmittel auch für denkmalgerechte Sanierungsmaßnahmen in zahlreichen Rundlingsdörfern aufgewendet wurden. Größtes Projekt dieser Art war der Giebelrückbau an drei Fachwerkhäusern in Schreyahn 1988-1990. Der R. vergibt anlässlich des jährlich durchgeführten Rundlingstages eine Plakette für „vorbildliche Gebäudesanierung“.
Nachdem die „Rettung der Rundlinge“ nach drei Jahrzehnten Vereinstätigkeit als abgeschlossen angesehen wurde, beschloss die Mitgliederversammlung 1999 die Umwandlung des R. in einen Förderverein zur Unterstützung des Freilichtmuseums in Lübeln. Dem Verein gehörten 2005 noch knapp 200 Mitglieder an.
Literatur
Schriftenreihe des Rundlingsvereins, Bände 1-6. — Zahlreiche Broschüren, Faltblätter und Prospekte.